Gruppenleitung, persönliches- Wer ich bin
Mein Name ist Mary-Ann Müller-Pirzkall und ich bin 47 Jahre alt. Ich lebe seit 2017 mit meinen beiden Kindern 22 und 11 Jahre alt, in Ostfriesland. Vom Beruf bin ich Personal-und Vertriebsdisponentin und Psychologische Beraterin. Seit 2019 leben wir in einem kleinen Dorf. In meiner Freizeit spiele ich Schach, habe Spaß bei Ausflügen mit meinen Kindern und liebe die Gartenarbeit und renovieren.
Seit mehr als 4 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich für Betroffene von physischer und psychischer Gewalt (häuslicher Gewalt). Ich erlebte schon in der frühen Kindheit, dysfunktionale Beziehungen im familiären Nahraum. Die Familiendynamik war, mit Kälte, schwarzer Pädagogik, Gewalt und sex. Missbrauch über Jahre geprägt. Durch diese frühen Erfahrungen, zogen sich die weiteren Gewalterfahrungen wie ein roter Faden durch meine eigene Biographie. Nachdem ich nach meiner letzten von gewaltgeprägten Beziehung nach 5 Jahren und einem gemeinsamen Kind, endlich den Absprung schaffte, erkannte ich das, es für mich ein Muster war.
Denn ich hatte nie gelernt gesunde Beziehungen zuführen. Ich beschloss eine Traumatherapie zu machen, um diese Erlebnisse aufzuarbeiten. Vor fast 3 Jahren, gründete ich die Selbsthilfegruppe Sag ja, zu Dir, um Menschen in ähnlichen Lebenslagen und Erfahrungen, Halt und Unterstützung zu geben.
Wie empfinden ich meine Aufgaben?
Ich empfinde meine Aufgaben als herausfordernd, allerdings auch als erfüllend. Ich komme mit unterschiedlichen Menschen, aus allen Bevölkerungsschichten in Kontakt, ob es die Anwältin, Zahnarztin, die Pflegefachkraft oder Erzieherin ist. Gewalt hat viele Gesichter. Ich begleite Betroffene zu wichtigen Terminen, sei es Anzeigeerstattung bei der Polizei, oder eine Eins zu Eins Begleitung im Notfall.
Was kann Ehrenamt für Betroffene leisten?
Wichtig ist die Vernetzung, mit Behörden, Entscheidungsträgern und der Politik.
Gewalt kann viele Formen annehmen. Nicht nur Physische Gewalt, sexualisierte Gewalt, ökonomische Gewalt ( finanzielle Gewalt), sondern auch Bedrohungen, Beschimpfungen, Belästigungen und Kontrolle durch den Partner oder der Partnerin sind Mögliche Beispiele. Betroffen sind Frauen und Mädchen aller sozialen Schichten und jeden Alters. Für die Betroffenen kann Gewalt gravierende Folgen haben. Das können Angstzustände oder Schuldgefühle sein bis hin zu langfristigen psychischen und körperlichen Erkrankungen wie Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen oder Suchterkrankungen.
Die Betroffenen finden in der Selbsthilfegruppe einen sicheren Ort, wo sie ihre Last und Erlebnisse loswerden können. Mitunter waren sie jahrelang von der Außenwelt isoliert und das nahe Umfeld hat ihnen nicht zugehört und geglaubt. Man merkt über die Zeit und der intensiven Gespräche im Austausch der Gruppe, das die Betroffenen wieder neuen Mut und Kraft erlangen, auf eigenen Beinen zustehen.
Mein Lebensmotto?
Es geht immer weiter, egal wie Dunkel die Welt gerade aussieht. Verliere niemals deinen Mut und deine Stärke, denn du hast dein Leben in der Hand.

