Buchveröffentlichung 08.12.2025 München Seidlvilla
„Es sollte ein Abend werden, der Mut feiert, Schweigen bricht und Veränderung anstößt“, wünscht sich Romy Stangl. Gemeinsam mit den Fotografen Anna Clara Schrenker und Peter Müller hat die Vorstandsfrau von One Billion Rising München e.V. am Montag, 8. Dezember, um 18.30 Uhr zur Buchpremiere ihres gemeinsamen Projektes „(UN)ERHÖRT – Frauen reden über häusliche Gewalt“ in die Seidlvilla (Nikolaiplatz 1b) ein. Die Veranstaltung markiert den offiziellen Münchner Auftakt zur Buchveröffentlichung am 25. November – „Kein zufällig gewähltes Datum“, wie Stangl versichert, „sondern ein Statement zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.“
Mit Herz und Klarheit
In „(UN)ERHÖRT – Frauen reden über häusliche Gewalt“ präsentieren sich 23 Frauen verschiedenen Alters, die Partnerschaftsgewalt erlebt und überlebt haben, in einer ganz neuen Form: Sie erzählen unter ihrem Klarnamen, was ihnen von den Menschen, die sie am meisten geliebt haben, angetan worden ist. Sie beschreiben, wie sie von der Gesellschaft oder vom deutschen Rechtssystem von Opfern zu Täterinnen gemacht wurden. Sie berichten, wie sie sich von ihren Peinigern befreien konnten und sich ins Leben zurückgekämpft haben. Sie reflektieren, was ihnen in dieser Situation geholfen hat und was sie Gewaltbetroffenen raten würden. Vor allem aber zeigen sie, dass man selbst aus den schlimmsten Situationen gestärkt hervorgehen kann.
Ein Projekt mit Haltung
(UN)ERHÖRT steht für Sichtbarkeit, Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung. Die Erlöse des Buches werden an Organisationen gespendet, die Betroffene unterstützen, Gewaltprävention leisten und sich für Gerechtigkeit einsetzen.
Erfahrung trifft Diskurs
Die Buchpremiere verbindet persönliche Erfahrungen mit dem gesellschaftspolitischen Diskurs. Auf die Gäste wartete ein Abend mit Buchvorstellung, Lesungen aus dem Buch und einem Impulsvortrag von Lilly-Allegra Hickisch vom Deutschen Institut für Menschenrechte. Anschließend diskutieren Expert:innen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen für Schutz, Gerechtigkeit und Veränderung im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt engagieren, wie häusliche Gewalt wirksam benannt, Betroffene gestärkt und strukturelle Veränderung geschaffen werden können. Zudem geben Peter Müller, Anna Clara Schrenker und Romy Stangl Einblick in den Entstehungsprozess des Buches.
Romy Stangl führte durch den Abend und moderierte die Podiumsdiskussion, zu der folgende Personen geladen sind:
Lilly-Allegra Hickisch – Deutsches Institut für Menschenrechte
Ba Linh Le – Frontline 100 / App Lizzy
Andreas Schmiedel – Münchner Informationszentrum für Männer (MIM)
Konstantina Raptis – Feminist Law Clinic
Einen angemessenen musikalischen Rahmen konnte Stephanie Schwarz kreieren, die aktuell als Substitutin bei den Münchner Symphonikern mitwirkt. Die Harfenistin weiß ihr Publikum mit klassischen Werken, Eigenkompositionen sowie sanften Melodien zu verzaubern. Ihr brillanter Harfenton schafft Raum für Stille und Resonanz.
Der Abend stand unter der Schirmpatenschaft des Vereins für Fraueninteressen e.V. (www.fraueninteressen.de) und wurde von One Billion Rising München e.V. organisiert.
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